Neurogene Dysphagie
Diagnostik
und Therapie von Patienten mit neurogener Dysphagie
Unter
dem Phänomen neurogene Dysphagie wird eine allgemeine Störung des
Schluckvorganges verstanden. Der Schluckvorgang ist ein halbautomatischer
Vorgang der den Transport von Speichel, Nahrung, Flüssigkeit etc. von der Mundhöhle
in den Magen vermittelt. Die verschiedensten Krankheitsbilder können Ursache
von neurogene r Dysphagie sein. Neben Erkrankungen des Kopf-/Halsbereiches, der
Speiseröhre und psychosomatischen Erkrankungen bildet die neurogene Dysphagie eine große Gruppe. Man spricht von
neurogene r Die
neurologische Abteilung der Klinik am Osterbach behandelt Patienten aus dem
gesamten Spektrum der Neurologie, es können sowohl sehr schwer betroffene
Patienten, die noch erheblich auf Fremdhilfe angewiesen sind (sogenannte Phase C
nach BAR) aufgenommen werden als auch Patienten im Rahmen von allgemeinen
Heilverfahren. Die am häufigsten in der Klinik vertretenen Patienten sind
Patienten nach Schlaganfall (Hirninfarkte und Blutungen), die zugleich die
Hauptursachen für neurogene Dysphagie bilden. Des weiteren besteht
besondere Erfahrung bei der Behandlung von Dysphagie bei
Parkinsonpatienten, ferner Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) und entzündlichen
Erkrankungen. Seit
circa 6 Jahren hat sich unsere Abteilung auf die Behandlung von Dysphagie spezialisiert. Am Beginn stand die Etablierung der endoskopischen
Schluckdiagnostik als unverzichtbare Erstdiagnostik sowie zur Verlaufskontrolle
von Patienten mit neurogene r Bislang
haben wir circa 850 Endoskopien durchgeführt, hier zeigte sich einerseits eine
hohe Treffsicherheit bezüglich des Kriteriums Aspirationsgefährdung,
andererseits gelang die Einordnung der neurogene n Dysphagie mit richtungsweisenden
Therapieaspekten. Seit
konsequenter Anwendung der Methode, mit entsprechender Umsetzung der gewonnenen
Informationen, konnten wir in unserer Klinik keine Aspirationspneumonien mehr
beobachten. Ein
wesentlicher Gesichtspunkt unserer Therapie bei neurogene r Dysphagie ist die
Behandlung im interdisziplinärem Team. Dies beginnt mit der medizinischen
Basisversorgung im stationären Alltag, von pflegerischer Seite heißt dies
orale Nahrungs- und Flüssigkeitszufuhr nur unter sorgfältiger Beobachtung,
optimale Mund- und Zahnpflege, konsequente Atemtherapie, Aktivierung und
Mobilisierung des Patienten, Aufrichten des Oberkörpers zum Essen, Vermeiden
von nasalen Ernährungssonden über längere Zeit, etc.. Die
genuine Therapie bei neurogene r Dysphagie wird in unserer Klinik durch die
Sprachtherapeuten gewährleistet, unter der Überschrift funktionelle
Schlucktherapie kommen restituierende, kompensatorische und adaptive Verfahren
zum Einsatz. Es besteht eine enge Zusammenarbeit mit der Küche des Hauses, um
die Kostformen gestuft an die Schluckfähigkeit des Patienten anzupassen. Die
Therapien werden vorwiegend in Einzeltherapie durchgeführt, zusätzlich gibt es
mittags den sogenannten „Dysphagie-Tisch“ bei dem mehrere Patienten in der
Gruppe beim Mittagessen therapeutisch begleitet werden. Die Klärung der Frage,
ob die Oralisierung möglich ist oder ob auf eine nasogastrale oder enterale
Sonde (PEG) zurückgegriffen werden muss, wird ebenfalls im Team geklärt. Bei
anstehender Entlassung erfolgt, wenn möglich, eine Absprache mit den
Therapeuten vor Ort, eventuell die Verordnung notwendiger Hilfsmittel wie Ernährungssonden
und Nahrungspumpen wird von der Klinik eingeleitet. Das
Phänomen neurogene r Dysphagie geht häufig mit einer deutlichen Beeinträchtigung
der Lebensqualität einher, weil die ansonsten selbstverständliche
Nahrungsaufnahme nicht mehr vollständig gewährleistet ist. Der Leidensdruck
der betroffenen Patienten ist besonders hoch. Es ist somit unabdingbar, den
Patienten bei der Krankheitsverarbeitung zu unterstützen. Abschließend
kann gesagt werden, dass die für die Diagnostik und Behandlung von neurogene r Dysphagie erforderliche interdisziplinäre Zusammenarbeit in der Klinik am Osterbach gewährleistet
ist. Hier sind unter einem Dach eine neurologische und HNO-ärztliche Klinik
vereint. An diagnostischen Verfahren steht neben der flexiblen
Fiberglasendoskopie auch die starre Laryngoskopie zur Verfügung. Therapeutisch
bemühen sich Neurologen, HNO-Ärzte, Logopäden, Neuropsychologen und klinische
Linguisten um die Patienten.
Dr. med. W. Jütte
Zur Klärung
weiterer medizinischer Fragen und Behandlungs- bzw. Therapiemöglichkeiten steht
Ihnen unser Chefarzt im persönlichen Gespräch gerne zur Verfügung. Bitte
vereinbaren Sie zuvor einen Termin in unserer Privatambulanz.
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